UNSER PAUSENLADEN LÄUFT GUT Maria und Saskia belegen Brötchen mit Fleisch, Käse und Gurkenscheiben. Sie schneiden das dunkle Brot in Stücke und waschen die Äpfel. Milch und Apfelsaft vervollständigen das heutige Angebot im Pausenkiosk. Gesund soll es sein und deshalb wenig Fett und Zucker enthalten – außerdem soll es frisch sein – und zur Jahreszeit passen. Äpfel im Herbst, Orangen im Winter. „Wir möchten Vorbilder sein und zeigen, dass man auch ohne Chips und Schokolade gut isst“, sagt Maria. Diejenigen, die für das Kioskangebot verantwortlich sind, kommen schon um halb acht zur Schule. Bis acht muss alles fertig sein. Dann beginnt der Unterricht. Vor der großen Pause stellen Andreas und Michael die Esswaren und Getränke auf den Tisch und mit dem Läuten zur Pause öffnen sie das Fenster. Sofort sind sie von hungrigen Kindern umgeben. Die Sandwichs sind besonders schnell weg. Nach der Pause sind alle wieder im Schulzimmer. Am Nachmittag verkaufen sie Brot und Getränke und notieren, was sie für den nächsten Tag brauchen. Brot bestellt Larissa telefonisch beim Bäcker. Daniel erledigt die anderen Einkäufe nach der Schule. Er bezahlt mit seinem eigenen Geld, das er freitags von Dominique, die für die Kasse verantwortlich ist, wieder zurückbekommt. Klassenlehrer Bruno Broder hat ein Auge auf den Pausenkiosk, lässt aber seine Schülerinnen und Schüler selbst die Verantwortung für ihr Unternehmen tragen. Das gefällt ihnen. Jede Woche ist ein anderes Team aus der Klasse an der Arbeit. Am Freitag gibt es eine Sitzung im Klassenzimmer, geleitet von einer Schülerin oder einem Schüler: Die vergangene Woche wird besprochen und das Angebot für die folgende festgelegt. Im Monat kosten Brot, Früchte, Zutaten und Getränke etwa 300 Franken. Nach einem halben Jahr Schulkiosk liegen rund tausend Franken Gewinn in der Klassenkasse. Bald muss diese Klasse den Kiosk der anderen Klasse übergeben. Alle sind sich einig: „Auch wenn es viel zu tun gibt, der Kiosk macht Spaß. Und mit dem Geld, das wir verdient haben, leisten wir uns etwas, einen Ausfl ug oder eine Klassenparty zum Beispiel.